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Dienstag, 20. Juli 2010

EU will Kohlesubventionen schon 2014 stoppen

Die EU Kommission hat einen Gesetztesentwurf vorgelegt, nach dem bis zum 15. Oktober 2014 alle unrentablen Kohlebergwerke geschlossen werden müssen.
Damit soll schon früher als geplant mit dem ökologischen und ökonomischen Unsinn der Kohlesubventionen Schluss sein. Dies betrifft vor allem Deutschland, Rumänien und Spanien.
Damit würde nicht weiter ein hoher CO2 Ausstoß gefördert. Die Finanzminister der betroffenen Länder werden sich ebenfalls freuen, während die Gewerkschaften Sturm laufen. In Deutschland hatte man sich darauf geeinigt den Steinkohlebergbau noch bis 2018 zu fördern, nun wird befürchtet, dass viele der ca. 27.000 dort Beschäftigten früher ihren Job verlieren könnten. So bedauerlich die Einzelschicksale auch sind, ist es jedoch allemal sinnvoller mit dem Geld andere Wirtschaftsbereiche zu fördern oder den Haushalt zu entlasten.
Im Herbst muss der Ministerrat der EU den Plänen zustimmen, es wird erwartet, dass es dabei heiß hergeht.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt keine Anlageempfehlung dar.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Transocean nach Bohrplattformunglück stark abgestraft – zu Unrecht?

Der Besitzer der Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ Transocean, wurde nach dem Unglück im April diesen Jahres ähnlich stark abgestraft wie BP plc. Der Aktienkurs hatte sich zunächst mehr als halbiert. Dabei stellte Transocean klar, dass sie nicht für den entstandenen Schaden haften, da sie nur die Plattform zur Verfügung gestellt haben. Auch BP bestreitet dies nicht und hat bisher keine Forderungen an Transocean gestellt. Anders als das zum Beispiel gegen die beiden beteiligten Partner am Macondo Ölfeld, Anadarko und Mitsui, getan wurde.
So ist Transocean sehr günstig bewertet. Es besteht zwar die Möglichkeit eines Ergebniseinbruchs, auf Grund des momentanen Verbots neuer Tiefseebohrungen, das Unternehmen erzielt den Großteil seiner Erlöse durch die Vermietung von Plattformen für diese Tätigkeiten. Vor der brasilianischen Küste soll es jedoch keine Einschränkungen geben, die dort in großen Tiefen vorhandenen Ölvorkommen sollen weiter ausgebeutet werden, hierfür ist die Technologie von Transocean gut geeignet. Langfristig wird wohl auch vor der US-Küste weiter nach Öl gebohrt werden. 
Dennoch lassen sich spätere Schadenersatzforderungen nicht ausschließen und könnten das Unternehmen schneller zum Fall bringen, als die wesentliche größere BP plc.
Insgesamt ist die Bewertung aber als niedrig anzusehen und der Wert durchaus interessant für Value orientierte Investoren.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt keine Anlageempfehlung dar.

Dienstag, 13. Juli 2010

BP saugt Öl nun fast vollständig ab

Bereits am Montag sollen BP Ingenieure einen neuen mehr als 100 Tonnen schweren und 30 Meter hohen Absaugtrichter auf das lecke Bohrloch im Golf von Mexiko gesetzt haben. Nach dem die alte Kappe entfernt wurde, strömte das Öl zunächst wieder ungehindert aus. Nun soll bei ersten Tests fast kein Öl mehr ausgetreten sein, laut CNN zeigen Bilder vom Bohrloch, dass nur noch geringe Mengen Öl austreten.

Damit ist der Ölfluss in den Golf von Mexiko erstmals seit dem Unglück fast gestoppt. BP arbeitet weiter am endgültigen Verschluss des Lecks durch Entlastungsbohrungen und der Einleitung von Zement und Schlamm.

Dennoch handelt es sich um die mit Abstand stärkste Ölpest in der Geschichte. Die Gesamtkosten, die noch auf BP zukommen könnten, sind weiter unklar. Dennoch hat sich der Kurs der BP Aktie seit seinem Tief deutlich erholt, ist jedoch auch noch weit von seinem Stand vor dem Unglück entfernt.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt keine Anlageempfehlung dar.

Sonntag, 11. Juli 2010

ExxonMobil an BP interessiert

Nach einem Bericht der „Sunday Times“, prüft Exxon eine Übernahme des angeschlagenen BP Konzerns. Dabei habe die US-Regierung signalisiert einer Übernahme nicht im Weg zu stehen.
ExxonMobil ist ein Nachfolgekonzern der Standard Oil Gruppe von John D. Rockefeller und gilt als einer der größten Mineralölkonzerne der Welt. Es wurde befürchtet dass die US-Kartellbehörden einer Übernahme von BP kritisch gegenüber stehen könnten.
Durch eine komplette Übernahme von BP würde der größte börsennotierte Konzern der Welt entstehen. Doch auch zum aktuellen Börsenkurs ist BP noch mit mehr als 100 Milliarden US Dollar bewertet, eine Übernahme wäre somit auch für Exxon ein Kraftakt.

BP und die englische Regierung würden wohl eine Beteiligung anderer Investoren, zum Beispiel arabischer Staatsfonds, bevorzugen. Derzeit will BP keine strategischen Vermögenswerte verkaufen oder neue Aktien ausgeben, auch eigene Aktien aus Aktienrückkäufen sollen nicht wieder in Umlauf gebracht werden. Es ist jedoch unklar, ob BP die Krisenfolgekosten, die auf bis zu 60 Milliarden US Dollar geschätzt werden, allein aus Umsatzprozessen stemmen kann. Beim aktuellen Preisniveau für Rohöl würde BP ca. 20 Milliarden US Dollar Gewinn pro Jahr machen, wenn man Krisenfolgekosten außer Acht lässt.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt keine Anlageempfehlung dar.

BP tauscht Auffangtrichter aus

Heute Nacht wurde der bestehende Auffangtrichter über dem lecken Bohrloch entfernt. Aktuell wird versucht eine neue Kappe zu installieren, mit der bis zu 13 Millionen Liter am Tag aufgefangen werden können. Schätzungen zu Folge treten täglich etwa 9,5 Millionen Liter Rohöl aus. So soll vorübergehend fast alles austretende Öl aufgefangen werden, bis voraussichtlich Mitte August Entlastungsbohrungen eine erfolgreiche Abdichtung des Lecks ermöglichen.
Sollte BP hiermit erfolgreich sein und das Wetter bis Mitte August stabil bleiben, wäre der Austritt von weiterem Öl gestoppt und man könnte sich auf die Reinigung des Wassers und der verschmutzten Küstenabschnitte konzentrieren. Für BP wäre es ein symbolträchtiger Erfolg im Kampf gegen die Katastrophe.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder und stellt keine Anlageempfehlung dar.