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Dienstag, 22. März 2011

Münchener Rück erwartet Schaden von 1,5 Mrd EUR durch Erdbeben - Gewinnziel gestrichen

Die Münchener Rückversicherungsgesellschaft erwartet aus dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami etwa 1,5 Mrd EUR Schaden vor Retrozession und Steuern. Diese Angabe beruht auf groben Schätzungen. Eins ist damit jedoch klar, dass Gewinnziel von 2,5 Mrd EUR für 2011 wird die Gesellschaft nun nicht mehr erreichen. Gerade auch nach den zahlreichen Großschäden bereits vor der Katastrophe in Japan. Es wurden noch keine Angaben gemacht ob die Dividende gekürzt oder das Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt werden.

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Sonntag, 20. März 2011

Lieferschwierigkeiten japanischer Zulieferer weltweit zu spüren

GM hat am Freitag bekannt gegeben, dass im Opel Werk Eisenach, sowie in Zaragoza, Spanien Schichten ausfallen werden, da Teile von japanischen Zulieferern knapp werden. Dort wird der Corsa produziert.
In den USA wird nächste Woche ein Truck Werk in Lousiana die Arbeit vorübergehend einstellen.
Weiterhin will GM "unnötige" Kosten einsparen, zum Beispiel Reisekosten. Hier stellt sich die Frage, warum diese Kosten, wenn sie unnötig waren, denn nicht gleich gespart wurden.

Im Gegensatz dazu will Honda die Produktion in seinen japanischen Werken langsam wieder aufnehmen.
So besteht hier Hoffnung, dass es nicht zu größeren Ausfällen in der globalen Produktionskette kommen wird. Dann könnte das Erdbeben schwere Folgen auch für die weltweite Wirtschaft haben.

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Freitag, 18. März 2011

Flugverbotszone über Libyen - Deutschland nicht dabei

Deutschland muss sich schämen. In der Abstimmung für eine Flugverbotszone über Libyen enthält es sich im UN Sicherheitsrat. Es soll keine militärische Hilfe für die Durchführung des Flugverbotes geben.

Hier stellt sich sofort die Frage: Warum ist Deutschland denn nun dagegen? Hier geht es nicht um einen Ölkrieg unter Vorwänden. Hier geht es darum einen brutalen Diktator zu stoppen der Rebellen mit einer modernen Luftwaffe niedermetzelt. Und nicht nur Rebellen, auch die Zivilbevölkerung ist stark betroffen, Gaddafi's Luftstreitkräfte machen auch vor Krankenhäusern nicht halt, wenn dort oder in der Nähe Rebellen vermutet werden. Es sind Verzweiflungstaten.
Hier nicht einzugreifen wiederspricht jedweder Logik, vor allem, da sich auch arabische Staaten beteiligen. Es kann also auch keine Rede von einer westlichen Intervention. Einer westlichen Welt, die ihre Ideologie der ganzen Welt aufdringen will. Hier geht es um die simple Verhinderung von Kriegsverbrechen. Wenn sich Deutschland auch an solchen Einsätzen nicht mehr beteiligen möchte ist es nur konsequent die Bundeswehr auf ein Minimalmaß zu stutzen. Wozu leisten wir uns denn die modernste Rüstungstechnologie, wenn sie in solchen Stunden in denen ein Einsatz gerechtfertigt ist, nicht eingesetzt wird.

Als Ausgleich sollen nun mehr deutsche Truppen in Afghanistan andere Staaten entlasten. Jedoch ist dieser Einsatz im Land und auch international wesentlich umstrittener, als die Intervention in Libyen. Diese Entscheidung verstärkt somit nur den Eindruck, dass hier ohne jede Logik oder gesunden Menschenverstand vorgegangen wird.

Außer Deutschland haben sich noch China und Russland bei der Abstimmung enthalten.

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Dienstag, 15. März 2011

Merkel schaltet alte Meiler ab - Neckwarwestheim I laut Mappus dauerhaft stillgelegt

Heute hat Bundeskanzlerin Angela Merkel verkündet, dass sieben alte Meiler abgeschaltet werden sollen, bis weitere Sicherheitsprüfungen abgeschlossen sind. Darunter ist auch Neckwarwestheim I. Der baden-württembergische Ministerpräsident Mappus hat dazu heute bekannt gegeben, dass Neckwarwestheim I gar nicht mehr ans Netz gehen soll. Erst vor kurzem hat das Land Baden-Württemberg seinen Anteil am Betreiber von Neckarwestheim, EnBW, deutlich erhöht und das Ziel einer kompletten Übernahme angekündigt. Die heutigen Entscheidungen überraschen insofern deutlich.


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Montag, 14. März 2011

Auf Wiedersehen Atomkraft

Laufzeitverlängerung wird wohl fallen

Mit dem schweren Zwischenfall im japanischen Fukushima ist die Atomkraft für Deutschland nun wohl besiegelt. Es ist davon auszugehen, dass die Laufzeitverlängerungen in jedem Fall zurückgenommen werden. Vielleicht werden einige ältere Meiler sogar noch früher als ursprünglich unter den Rot-Grünen Ausstiegsplänen vorgesehen vom Netz gehen. Gerade dieser Fakt ist zu begrüßen, da besonders an den älteren noch in Betrieb befindlichen Siedewasserreaktoren im Vergleich die geringsten Sicherheitsmaßnahmen zu finden sind, dazu kommt eine prinzipbedingt höhere Wahrscheinlichkeit der Freisetzung von Radioaktivität. Auch in Fukushima sind Siedewasserreaktoren im Einsatz, der zuerst betroffene Block 1 sollte diesen Monat abgeschalten werden.
Auch weltweit wird wohl ein Umdenken einsetzen und es ist fraglich, ob es nun zur bereits vorhergesagten Renaissance der Kernkraft kommt. Nach den letzten größeren Störfällen von Three-Mile-Island und Tschernobyl war die Industrie auf viele Jahre wie gelähmt und es kam zu wenig Neubauten. Auch jetzt wird dies einsetzen und bis die Kernkraft in einigen Ländern unter Umständen wieder akzeptabel ist, sind vielleicht auch schon andere Energiequellen zu ähnlich günstigen Kosten verfügbar.

Für und Wider der Atomkraft

Durch den politischen Widerstand gegen die Kernkraft wurden seit den Achtzigern keine neuen Kraftwerke in Deutschland geplant. Allein dadurch sind viele Anlagen sehr alt. Naturgemäß sind alte Anlagen anfälliger für Störungen. So würde ein Neubau von Kernkraftwerken wohl eine bessere Betriebssicherheit bieten. Das ist politisch jedoch in Deutschland nicht durchsetzbar, was auch immer man von der Kernkraft hält. Dazu kommt, dass dieser Weg nicht unbedingt zum "billigen Atomstrom" führen würde, den die Bundesregierung propagiert. Den gibt es nur aus bestehenden Anlagen. Und auch dies ist zum großen Teil dem enormen (staatlich finanzierten!) Forschungsaufwand zu verdanken, der dem Bau voraus ging.
Vermutlich wäre der Strom aus neuen Meilern billiger als Ökostrom aus Wind oder Sonne. Auch besteht die Möglichkeit die Kernkraft weiter zu entwickeln und so betriebssicherer zu machen, den Uranverbrauch zu reduzieren und sogar weniger und kürzer strahlenden Atommüll zu hinterlassen.
Allerdings sind diese Forschungsgelder wohl besser in der Weiterentwicklung von erneuerbaren Energien verwendet. So ist es immernoch schwierig Autos oder gar Flugzeuge mit Strom zu betreiben. Hier bringt die Weiterentwicklung der Ethanolproduktion aus Pflanzenabfällen oder durch Bakterien wohl einen deutlicheren Fortschritt, als neue Kernkraftwerke.
Schlussendlich bleiben Risiken bei neuen Atomkraftwerken. Diese mögen gering sein, allerdings würde ein deutlicher Ausbau der Atomkraft mit vielen neuen Kraftwerken auch zu mehr Störfällen führen. Trotz der geringen statistischen Wahrscheinlichkeit kommt es eben bei einer großen Zahl auch zu mehr Störfällen, auch schweren. Hier gibt es gewissermaßen einen ähnlichen Effekt wie bei Flugzeugabstürzen. Obwohl das Flugzeug statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel ist, ist die Wahrnehmung in der Bevölkerung durch die besondere Aufmerksamkeit der Medien eine andere. Das soll keinesfalls heißen, dass die Kernkraft sicherer ist als andere Energieformen. Nur ist ein Störfall eben immernoch sehr medienwirksam. Dennoch gab es bis heute wohl mehr Tote durch Staublungen aus dem Kohlebergbau als durch nukleare Störfälle. Die Wahrnehmung ist jedoch eine andere.

Die Kernspaltung in der Wissenschaft

Wissenschaftlich gesehen, ist die Atomkraft eine enorme Errungenschaft. Als Physiker kann man wohl nicht anders, als den Prozess einer kontrollierten Kernspaltung spannend zu finden. In gewissem Sinne ist es auch schade, dass wir wohl einige mögliche Entwicklungen hier nie sehen werden. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele andere interessante Möglichkeiten der künftigen Energieversorgung, auf die die Wissenschaft ihre Ressourcen konzentrieren kann.
Dennoch bleibt zu hoffen, dass die Grundlagenforschung hier weiter gehen wird, auch wenn es vielleicht wenig praktische Umsetzungen geben wird. Kritiker mögen hier anmerken, dass wir uns Wissenschaft um der Wissenschaft willen heute nicht mehr leisten können. Doch ohne die sehr stark staatlich untersützte Grundlagenforschung wären wir heute nicht wo wir sind.



Auf Wiedersehen Atomkraft.

www.energie-autarkie.de
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Sonntag, 13. März 2011

Ökostrom oftmals billiger als Grundversorgertarife

Im Vergleich zum Grundversorgungstarif finden viele Verbraucher problemlos einen Ökostromanbieter der auch noch günstiger ist. Vereinzelt ist der Ökostromtarif sogar der günstigst verfügbare. Auch der individuelle Verbrauch spielt eine Rolle, da die Grundgebühren sich durchaus unterscheiden.

Hier kann man nach Angabe der Postleitzahl, des bisherigen Anbieters und des ungefähren Jahresverbrauchs überprüfen ob man mit einem Ökotarif vielleicht sogar günstiger kommt. Ist dies der Fall, gibt es eigentlich kein Argument mehr, nicht zu wechseln. Einige Anbieter versüßen einem den Wechsel zusätzlich mit einem Bonus auf die erste Abrechnung. Teilweise sind 50 EUR und mehr drin.

Vor einer vorübergehenden Abschaltung des Stroms muss auch keiner Angst haben, der neue Anbieter übernimmt weiterhin die Kündigung beim alten Anbieter, Wechselkosten dürfen keine erhoben werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die folgende Internetseite:
www.energie-autarkie.de
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E10 ist ökologischer und ökonomischer Unfug

Bioethanol als Kraftstoff

Die Idee dem Ottokraftstoff mehr Ethanol beizumischen ist grundsätzlich gut. So vertragen tatsächlich ja die meisten in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge problemlos eine Beimischung von 10%. Bei neuen Fahrzeugen besteht sogar die Möglichkeit die Motoren besser auf E10 abzustimmen und so eine sauberere Verbrennung als mit rein fossilem Benzin zu erreichen. Ethanol hat eine sehr exakt definierte chemische Zusammensetzung, herkömmliche Kraftstoffe variieren da wesentlich stärker. Dies würde allerdings erst bei reinen Ethanolmotoren stärker zum tragen kommen. Diese werden jedoch in absehbarer Zeit nicht in die Praxis einziehen, da so große Mengen Ethanol nicht zu produzieren sind, außer wenn wir aufhören zu essen.

Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion


Damit sind wir auch schon beim Kern der Sache: Nur wenn Ethanol in keiner Weise in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln gerät, lässt sich eine Beimischung rechtfertigen. Weiterhin darf es auch nicht zu weitflächigen Rohdungen und zum Anbei von Monokulturen kommen. Damit wird gar nichts erreicht. Selbst wenn unterm Strich immer noch eine (geringe!) CO2 Ersparnis steht, sind die negativen Auswirkungen auf die Umwelt nicht zu verantworten.
Schließlich geht es nicht nur darum den CO2 Ausstoß zu senken, viel mehr müssen auch andere Umweltauswirkungen in Betracht gezogen werden.

Auf umweltverträgliche Verfahren zur Bioethanolproduktion warten

Anstatt der Mineralölwirtschaft einfach feste Quoten aufzuzwingen ist die Politik gefordert die Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit dem Ziel einer alternativen Ethanolerzeugung zu forcieren. So sind verschiedene Verfahren in der Entwicklung, mit denen Ethanol aus Reststoffen der Landwirtschaft gewonnen werden kann. Hier wird die CO2 Bilanz deutlich besser sein und die bestehenden landwirtschaftlichen Flächen können für Lebensmittel- und Kraftstoffproduktion genutzt werden.
Weitere Möglichkeiten der "grünen" Ethanolproduktion werden in der Produktion durch genetisch veränderte Bakterien gesehen. Diese stellen Ethanol zum Beispiel mit Hilfe von Sonnenlicht aus Wasser und CO2 her.
Beide Möglichkeiten sind bisher nicht für den industriellen Maßstab entwickelt und auch noch nicht wirtschaftlich. Doch macht es wesentlich mehr Sinn hierauf noch zu warten und mit Fördergeldern die Entwicklung zu beschleunigen, als "konventionellen" Bioethanol einzusetzen, der wenn überhaupt nur einen kleinen Mehrwert für das Klima bringt und insgesamt negative Umweltauswirkungen hat.

Ökonomisch sinnlos - Kosten trägt der Endverbraucher

Das das heutige E10 ökonomisch keinen Sinn macht liegt auf der Hand. Er ist teurer als fossiler Kraftstoff und hat wenn überhaupt nur minimal positive Auswirkungen auf das Klima. Am Ende wird es für den Verbraucher teurer. Das Geld könnte woanders sinnvoller für Energieeinsparungen eingesetzt werden.

www.energie-autarkie.de

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Japanische Autohersteller machen dicht

Toyota, Nissan und Honda haben angekündigt die Produktion am Montag zunächst weiterhin größtenteils ruhen zu lassen.

Toyota gibt an, dass damit auch erst ein mal sicher gestellt werden soll, dass es den Mitarbeitern und ihren Familien gut geht.

Weiterhin ist die Versorgung mit Zulieferteilen und anderen Vorleistungen zur Zeit noch unklar.

Vermutlich wird dies bis in die Woche hinein andauern.

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Freitag, 30. Juli 2010

Rekordgewinnzuwächse bei deutschen Unternehmen - Export treibt

In der aktuellen Berichtssaison vermeldet ein deutscher Großkonzern nach dem anderen Rekordgewinnzuwächse. Infineon, Daimler, Siemens. Viele Dax Konzerne haben hohe Gewinnzuwächse zu vermelden. So werden voraussichtlich sogar acht einen neuen Gewinnrekord verzeichnen. Das zweite Quartal war unheimlich stark, vor allem der boomende Export hilft vielen Unternehmen wie zum Beispiel Daimler, BMW und Siemens. Während in den USA der schwache Arbeitsmarkt weiter ein Problem ist, investieren die Schwellenländer wieder kräftig und auch der Konsum europäischer Luxusgüter zieht an. Herstellungsland ist dabei oft Deutschland und der gesunkene Euro treibt die Gewinne zusätzlich.

Das hilft auch dem deutschen Arbeitsmarkt, so ist die Zahl der Erwerbssuchenden saisonbereinigt um 20.000 zurück gegangen.

Nach dem in der Wirtschafts- und Finanzkrise die deutsche Wirtschaft im europäischen Vergleich sehr stark einbrach, zieht der Export Deutschland nun schnell aus dem Tal. Dies verdeutlicht allerdings auch die ungesunde Abhängigkeit vom Export. Die Politik täte gut daran die Importnachfrage zu erhöhen. Auch die Unternehmen sollten daran denken die Arbeitnehmer an den Erfolgen teilhaben zu lassen. Schließlich haben sie durch Gehaltsverzichte und Kurzarbeit während der Krise oftmals dazu beigetragen, dass die Unternehmen für die wieder steigende Nachfrage nun gut gerüstet sind. Höhere erfolgsabhängige Vergütungen vor allem in den unteren Lohnklassen können den Konsum stark anheizen. Wovon letztlich natürlich auch viele deutsche Unternehmen profitieren würden. Die Gewerkschaften sollten in den anstehenden Tarifrunden hart bleiben, von allein werden die Unternehmen wohl nicht viel mehr zahlen.

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Mittwoch, 21. Juli 2010

Tesla soll für Toyota Elektro SUV bauen

Der kalifornische Hersteller von Elektroautos Tesla soll für Toyota eine rein elektrische Version der nächsten Rav4 Generation bauen. 

Zunächst geht es um einen Prototyp, bei dem der Toyota Antriebsstrang ersetzt wird.

Toyota erhofft sich mit Hilfe der Expertise von Tesla schon 2012 einen Elektro Rav4 auf den Markt zu bringen.

Das Image von Toyota ist durch Rückrufaktionen stark gebeutelt, der Konzern braucht wichtige Innovationen, die ihn wieder als Technologieführer ins Licht der Öffentlichkeit rücken.

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Dienstag, 20. Juli 2010

EU will Kohlesubventionen schon 2014 stoppen

Die EU Kommission hat einen Gesetztesentwurf vorgelegt, nach dem bis zum 15. Oktober 2014 alle unrentablen Kohlebergwerke geschlossen werden müssen.
Damit soll schon früher als geplant mit dem ökologischen und ökonomischen Unsinn der Kohlesubventionen Schluss sein. Dies betrifft vor allem Deutschland, Rumänien und Spanien.
Damit würde nicht weiter ein hoher CO2 Ausstoß gefördert. Die Finanzminister der betroffenen Länder werden sich ebenfalls freuen, während die Gewerkschaften Sturm laufen. In Deutschland hatte man sich darauf geeinigt den Steinkohlebergbau noch bis 2018 zu fördern, nun wird befürchtet, dass viele der ca. 27.000 dort Beschäftigten früher ihren Job verlieren könnten. So bedauerlich die Einzelschicksale auch sind, ist es jedoch allemal sinnvoller mit dem Geld andere Wirtschaftsbereiche zu fördern oder den Haushalt zu entlasten.
Im Herbst muss der Ministerrat der EU den Plänen zustimmen, es wird erwartet, dass es dabei heiß hergeht.

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Mittwoch, 14. Juli 2010

Transocean nach Bohrplattformunglück stark abgestraft – zu Unrecht?

Der Besitzer der Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ Transocean, wurde nach dem Unglück im April diesen Jahres ähnlich stark abgestraft wie BP plc. Der Aktienkurs hatte sich zunächst mehr als halbiert. Dabei stellte Transocean klar, dass sie nicht für den entstandenen Schaden haften, da sie nur die Plattform zur Verfügung gestellt haben. Auch BP bestreitet dies nicht und hat bisher keine Forderungen an Transocean gestellt. Anders als das zum Beispiel gegen die beiden beteiligten Partner am Macondo Ölfeld, Anadarko und Mitsui, getan wurde.
So ist Transocean sehr günstig bewertet. Es besteht zwar die Möglichkeit eines Ergebniseinbruchs, auf Grund des momentanen Verbots neuer Tiefseebohrungen, das Unternehmen erzielt den Großteil seiner Erlöse durch die Vermietung von Plattformen für diese Tätigkeiten. Vor der brasilianischen Küste soll es jedoch keine Einschränkungen geben, die dort in großen Tiefen vorhandenen Ölvorkommen sollen weiter ausgebeutet werden, hierfür ist die Technologie von Transocean gut geeignet. Langfristig wird wohl auch vor der US-Küste weiter nach Öl gebohrt werden. 
Dennoch lassen sich spätere Schadenersatzforderungen nicht ausschließen und könnten das Unternehmen schneller zum Fall bringen, als die wesentliche größere BP plc.
Insgesamt ist die Bewertung aber als niedrig anzusehen und der Wert durchaus interessant für Value orientierte Investoren.

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Dienstag, 13. Juli 2010

BP saugt Öl nun fast vollständig ab

Bereits am Montag sollen BP Ingenieure einen neuen mehr als 100 Tonnen schweren und 30 Meter hohen Absaugtrichter auf das lecke Bohrloch im Golf von Mexiko gesetzt haben. Nach dem die alte Kappe entfernt wurde, strömte das Öl zunächst wieder ungehindert aus. Nun soll bei ersten Tests fast kein Öl mehr ausgetreten sein, laut CNN zeigen Bilder vom Bohrloch, dass nur noch geringe Mengen Öl austreten.

Damit ist der Ölfluss in den Golf von Mexiko erstmals seit dem Unglück fast gestoppt. BP arbeitet weiter am endgültigen Verschluss des Lecks durch Entlastungsbohrungen und der Einleitung von Zement und Schlamm.

Dennoch handelt es sich um die mit Abstand stärkste Ölpest in der Geschichte. Die Gesamtkosten, die noch auf BP zukommen könnten, sind weiter unklar. Dennoch hat sich der Kurs der BP Aktie seit seinem Tief deutlich erholt, ist jedoch auch noch weit von seinem Stand vor dem Unglück entfernt.

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Sonntag, 11. Juli 2010

Auch Toyota arbeitet mit Tesla zusammen – Bau von Elektrowagen geplant

Tesla, ein Vorreiter im Bau von reinelektrischen Fahrzeugen aus Kalifornien und Partner von Daimler, hat von Toyota den Auftrag erhalten zwei Prototypen für Elektrofahrzeuge zu bauen.
Dabei soll es sich um Toyotamodelle handeln, die mit Tesla Technologie zu Elektrofahrzeugen umgerüstet werden. Um welche Modelle es sich konkret handelt ist unbekannt. Toyota will 2012 einen ersten elektrischen PKW bringen, dabei wird es sich wohl um einen Kleinwagen handeln.

Toyota, einst Vorreiter bei der teilelektrischen Hybridtechnologie, hat seit Monaten mit Qualitätsproblemen zu kämpfen. Das Image wurde dadurch erheblich geschädigt. Die Konzernlenker wollen davon ablenken und endlich wieder als Technologieführer wahrgenommen werden. So wird Toyota 2011 eine Van Version des Prius bringen, die ein deutlich konservativeres Design aufweist. Noch in diesem Jahr soll ein Auris Hybrid auch nach Deutschland kommen, der mit einem Einstiegspreis von ca. 23.000 Euro und dem biederen Äußeren des Auris breitere Käuferschichten ansprechen soll.

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Neuer Bilanzskandal in den USA – BoA gibt Tricksereien bei Verbindlichkeiten zu

Die Bank of America gibt in einem Schreiben an die SEC zu, vor Bilanzstichtagen Schuldentitel verkauft und kurz darauf wieder zurück gekauft zu haben. „Versehentlich“ wurde dies als Verkauf deklariert, nach den Vorschriften der SEC, hätten die Transaktionen als „Ausleihe“ bezeichnet werden müssen. Es gehe um Geschäfte im Umfang von ca. 11 Milliarden US Dollar. Mit ähnlichen Geschäften im Umfang von 50 Milliarden US Dollar hatte Lehman kurz vor der Insolvenz seine Bilanz geschönigt. Der Umfang der Geschäfte bei der BoA ist jedoch, auch in Betracht der Bilanzsumme, deutlich geringer.
Die Konsequenzen für BoA sind noch unklar. Es wird jedoch deutlich, dass „Window Dressing“ gerade in der Bankenbranche weit verbreitet ist und Lehman kein Einzelfall war, auch wenn dort wohl am aggressivsten geschönigt wurde. Auch Citigroup und die Deutsche Bank würden die Praktiken anwenden, jedoch handelt es sich im Normalfall um legale Tricks, die jedoch seit der Lehman Pleite höchst umstritten sind.

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Bundesagentur für Arbeit braucht 2010 eine Milliarde weniger vom Bund

Der Bundeszuschuss für die Bundesagentur für Arbeit wird dieses Jahr nach zunächst geschätzten 10 Milliarden Euro wohl nur 9 Milliarden Euro betragen.
Dies sei auf die geringeren Entlassungen durch Kurzarbeit und einen allgemein besseren Arbeitsmarkt zurück zu führen. Es wurden jedoch vor allem befristete und Teilzeitstellen geschaffen.
Ab Januar 2011 soll der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 3 % steigen, geht die Konjunkturerholung weiter, wird damit auch das Defizit der Bundesagentur für Arbeit weiter sinken. Von einem Ausgleich ist man jedoch immer noch weit entfernt.

Der BA-Chef Frank-Jürgen Weise warnt vor vorzeitigem Optimismus und weist auf die Risiken in verschiedenen Branchen hin.

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ExxonMobil an BP interessiert

Nach einem Bericht der „Sunday Times“, prüft Exxon eine Übernahme des angeschlagenen BP Konzerns. Dabei habe die US-Regierung signalisiert einer Übernahme nicht im Weg zu stehen.
ExxonMobil ist ein Nachfolgekonzern der Standard Oil Gruppe von John D. Rockefeller und gilt als einer der größten Mineralölkonzerne der Welt. Es wurde befürchtet dass die US-Kartellbehörden einer Übernahme von BP kritisch gegenüber stehen könnten.
Durch eine komplette Übernahme von BP würde der größte börsennotierte Konzern der Welt entstehen. Doch auch zum aktuellen Börsenkurs ist BP noch mit mehr als 100 Milliarden US Dollar bewertet, eine Übernahme wäre somit auch für Exxon ein Kraftakt.

BP und die englische Regierung würden wohl eine Beteiligung anderer Investoren, zum Beispiel arabischer Staatsfonds, bevorzugen. Derzeit will BP keine strategischen Vermögenswerte verkaufen oder neue Aktien ausgeben, auch eigene Aktien aus Aktienrückkäufen sollen nicht wieder in Umlauf gebracht werden. Es ist jedoch unklar, ob BP die Krisenfolgekosten, die auf bis zu 60 Milliarden US Dollar geschätzt werden, allein aus Umsatzprozessen stemmen kann. Beim aktuellen Preisniveau für Rohöl würde BP ca. 20 Milliarden US Dollar Gewinn pro Jahr machen, wenn man Krisenfolgekosten außer Acht lässt.

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Stromgroßkunden sollen für Ökostrom nachzahlen

Vertriebsgesellschaften von RWE verschicken aktuell Nachabrechnungen für die erneuerbare Energien Zulage auf den Strompreis für das Jahr 2008 an ihre Kunden aus Industrie und Gewerbe.
Nach dem EEG sind die Stromlieferanten ermächtigt die Zusatzkosten durch die Garantiepreise für Ökostrom aus zum Beispiel Wind- oder Solarkraft auf die Stromkunden umzulegen. Nun soll es, auf Grund einer zu niedrigen Schätzung für den Zubau der Erneuerbaren Energien, zu Nachforderungen in Höhe von branchenweit ca. 500 Millionen Euro kommen.
Die Berliner Ampere AG bezweifelt die Rechtmäßigkeit der Forderungen und will in einem Musterprozess gegen RWE vor Gericht ziehen. Die Ampere AG bündelt Nachfrage von mehr als 14.000 gewerblichen und industriellen Strom- und Gaskunden und erreicht so bessere Konditionen.

Durch die Nachforderungen erhöht sich der Druck auf den Gesetzgeber die Zusatzkosten durch die EEG-Umlage zu begrenzen und eine Kostenexplosion zu verhindern. Viele Wissenschaftler bescheinigen dem EEG einen schlechten Kosten-Nutzen Effekt, da so im relativ sonnenarmen Deutschland der größte Teil der weltweiten Produktion installiert wird, während die gleiche Solarzelle in zum Beispiel Spanien oder dem Südwesten der USA 50 bis 100% mehr Strom produzieren und CO2 einsparen könnte. Die Förderung für Strom aus Windkraft- und Biomasseanlagen wird weniger kritisch gesehen, da sie deutlich niedriger ist und Deutschland ein geeigneter Standort ist.

2009 lag der Anteil regenerativer Energieträger an der Bruttostromerzeugung in Deutschland bei 15,6%. Für 2010 wird mit einer EEG Umlage von ca. 2 Cent pro kWh gerechnet.

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BP tauscht Auffangtrichter aus

Heute Nacht wurde der bestehende Auffangtrichter über dem lecken Bohrloch entfernt. Aktuell wird versucht eine neue Kappe zu installieren, mit der bis zu 13 Millionen Liter am Tag aufgefangen werden können. Schätzungen zu Folge treten täglich etwa 9,5 Millionen Liter Rohöl aus. So soll vorübergehend fast alles austretende Öl aufgefangen werden, bis voraussichtlich Mitte August Entlastungsbohrungen eine erfolgreiche Abdichtung des Lecks ermöglichen.
Sollte BP hiermit erfolgreich sein und das Wetter bis Mitte August stabil bleiben, wäre der Austritt von weiterem Öl gestoppt und man könnte sich auf die Reinigung des Wassers und der verschmutzten Küstenabschnitte konzentrieren. Für BP wäre es ein symbolträchtiger Erfolg im Kampf gegen die Katastrophe.

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Mittwoch, 7. Juli 2010

Gesundheitsreform – Es wird teurer

07.07.2010

Zunächst einmal soll der allgemeine Beitragssatz von 14,9% auf 15,5% steigen, getragen wird der Anstieg je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Das soll etwa 6 Milliarden Euro im Jahr bringen und würde die Hälfte des für das nächste Jahr erwartete Rekorddefizit der gesetzlichen Krankenkassen abdecken.

Außerdem wird den Krankenkassen bei Zusatzbeiträgen weitgehend freie Hand gelassen, es soll keine Obergrenze mehr geben und zunächst wird der Beitrag auch von Versicherten mit geringeren Einkommen eingezogen, diese sollen jedoch, wenn der Zusatzbeitrag 2% des versicherungspflichtigen Einkommens übersteigt, einen Ausgleich zurück bekommen.

Bei Ärztehonoraren und Krankenhausrechnungen sollen insgesamt ca. 700 Millionen Euro im Jahr gespart werden. Außerdem dürfen die Verwaltungskosten der Krankenkassen in den kommenden beiden Jahren nicht steigen. Eigentlich sollte eine möglichst hohe Effizienz bei den Krankenkassen seit Jahren auf der Agenda stehen, nun Kostensteigerungen für zwei Jahre zu verbieten erscheint interessant.

Die Pharmakonzerne sollen 2 Milliarden Euro jährlich beitragen. Die hohen Handelsspannen im Pharmagroßhandel wurden leicht beschnitten, der Wettbewerb beim Vertrieb über die Apotheken wurde nicht explizit verstärkt. Gerade hier wäre ein größerer Einschnitt wünschenswert gewesen. Schließlich ist es schwer den gesellschaftlichen Zusatznutzen von fünf Apotheken in einer Straße zu erklären.

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